News vom 03.08.2020

Fußball-Ferien-Freizeiten 2020: Besondere Zeiten, besondere Maßnahmen


Das vielfältige virtuelle Programm hatte hochkarätige Talkgäste wie Meikel Schönweitz.

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Fußball-Ferien-Freizeiten der DFB-Stiftung Egidius Braun erstmals in ihrer Geschichte digital ausgerichtet werden. Das virtuelle Programm war vielfältig, die Talkgäste hochkarätig. Aber wie war das Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer?

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Das galt auch für die Fußball-Ferien-Freizeiten, die durch die DFB-Stiftung Egidius Braun ausgerichtet werden und in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erstmals virtuell stattfinden mussten. Das Feedback aller Beteiligten nach den insgesamt 27 Talks, Workshops und Online-Vorträgen an vier Tagen fiel durchweg positiv aus: Die Teilnehmenden hatten viel Spaß, und sie konnten eine Menge Wissenswertes mitnehmen.

Zum Beispiel Carsten Mang, Jugendtrainer bei Eintracht Glaschemie Wirges, und sein Sohn Janne, der bei dem Verein aus dem Fußballverband Rheinland in der U14 spielt. „Ich fand vor allem die Einblicke in das Training der Profis sehr spannend. Auch wenn es nur virtuell war, kommt man so nah normalerweise nicht an solche Personen heran“, betont Janne. Und sein Vater ergänzt: „Das gesamte Programm war super organisiert, und die Themen waren wirklich spannend und hilfreich für meine Arbeit als Trainer. Man konnte vielfältige Fragen stellen, die sehr individuell beantwortet wurden. Es waren zahlreiche hochrangige Experten dabei, die ihr Wissen sehr praxisnah geteilt haben. Es war vom Anfang bis zum Ende eine tolle Sache. Wenn die Fußball-Ferien-Freizeiten im nächsten Jahr hoffentlich wieder in normaler Form stattfinden können, sind wir auf jeden Fall erneut dabei.“

Talks mit dem früheren Bundesliga-Profi Hans Sarpei und U-Nationaltrainer Michael Prus

Das Programm von Donnerstag bis Sonntag war abwechslungsreich. Über eine eigens erstellte Plattform wurde mit den Teilnehmern über Themen wie gesunde Ernährung, eFootball, digitale Bildung und Klimaschutz gesprochen. Weitere Höhepunkte waren der Talk mit dem früheren Bundesliga-Profi Hans Sarpei zu den Themen Vielfalt und Diskriminierung. „Menschen mit einer anderen Hautfarbe und Religion können genauso Deutsche sein wie andere auch. Keinen Deut mehr oder weniger. Das müssen wir alle endlich respektieren und verstehen“, forderte der 44-Jährige.

Außerdem gab es eine Diskussionsrunde mit Junioren-Nationaltrainer Michael Prus unter dem Titel „Wie werde ich Nationalspieler?“. Und auch die deutsche Nationalspielerin Sophia Kleinherne, die bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag steht, beantwortete ebenso wie Bundesliga-Referee Florian Badstübner in einer Videokonferenz die Fragen von Moderatorin Ann-Sophie Kimmel.

Jeweils zum Abschluss aller vier Tage standen fußballspezifische Fragen für die Trainerinnen und Trainer im Fokus. Am Donnerstag ging es um neurozentriertes Training. Es wurde erläutert, welche Rolle das Gehirn und das Nervensystem für das Training spielen und wie diese zentralen Elemente der Bewegungssteuerung besser in das Programm integriert werden können. Weitere Schwerpunkte waren das Komplextraining im Jugendfußball und Coaching-Tipps im Allgemeinen.

Nationalspielerin Sophia Kleinherne.

Stiftungsbotschafter Jonathan Tah: „Es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn ich anderen Menschen etwas Gutes tun kann“

Zum Abschluss der virtuellen Fußball-Ferien-Freizeit stand mit dem Talk mit Stiftungsbotschafter Jonathan Tah noch ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm. Der deutsche A-Nationalspieler, der bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag steht, berichtete den Teilnehmenden zunächst, was neben viel Talent nötig ist, um Profi zu werden: „Nur zum Training zu gehen, reicht nicht aus, um die Spitze zu erreichen. Disziplin und Motivation spielen eine ganz wichtige Rolle“, unterstrich Tah. „Ich musste schon früh auf Freizeit verzichten. Wenn andere am Wochenende Party gemacht haben, konnte ich nicht dabei sein. Aber das war für mich kein Problem, weil ich immer mein Ziel vor Augen hatte.“ Im Anschluss gab der 24-Jährige einen Einblick, wie er selbst zum Fußball gekommen ist: „Ich stand teilweise von morgens bis abends auf dem Platz. Ich hatte immer Lust, mit den Jungs Fußball zu spielen.“

Stiftungsbotschafter Jonathan Tah. (© Getty Images)

Im Gespräch mit den jungen Teilnehmenden des Online-Talks ging es auch um Tahs Rolle als Botschafter der DFB-Stiftung Egidius Braun. „Ich möchte etwas zurückgeben. Als Fußballprofi führe ich ein sehr privilegiertes Leben. Ich weiß, dass das keinesfalls eine Selbstverständlichkeit ist“, sagte der gebürtige Hamburger, der bislang neun Länderspiele bestritten hat. „Meine Eltern haben mir vorgelebt, dankbar zu sein für das, was man hat. Es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn ich anderen Menschen etwas Gutes tun kann.“

Hoffnung auf „normale“ Fußball-Ferien-Freizeiten im nächsten Jahr

Die Fußball-Ferien-Freizeiten 2020 fanden bereits zum 28. Mal statt. In den vergangenen Jahren konnten immer rund 1.000 Jugendliche ganz besondere Tage in ausgewählten Sportschulen der DFB-Landesverbände erleben, ob am Meer, im Grünen oder in einer Großstadt. Auch 2020 sollten 75 Vereinsgruppen an 18 einwöchigen Freizeiten in Edenkoben, Hennef, Grünberg, Malente, Schöneck und Leipzig teilnehmen. Das Virus machte einen Strich durch den schönen Plan.

Henri-Leon Coenen, der beim SV Altenberg in der D-Jugend-Bezirksliga spielt und zusätzlich im DFB-Stützpunkt Berg im Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) gefördert wird, zeigte sich begeistert von der virtuellen Fußball-Ferien-Freizeit: „Alles war super, aber besonders gut hat mir gefallen, dass ich auch selber mit den Referenten sprechen konnte. Durch das Gespräch mit U16-Nationaltrainer Michael Prus weiß ich jetzt genau, was ich machen muss, um Nationalspieler zu werden. Mein nächstes Ziel ist es, in die FVM-Auswahlmannschaft zu kommen. Außerdem habe ich viel gelernt, beispielsweise über gesundes Essen und was ich beim eFootball machen kann, um noch besser zu werden.“ Einen Unterschied zu einem physischen Camp stellt Henri-Leon aber auch heraus: „Das Einzige, was mir in der virtuellen Freizeit gefehlt hat, waren Trainingsspiele und kleine Turniere mit den anderen Jugendlichen“, so Coenen.

„Das positive Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer freut uns sehr. Für uns war immer klar, dass wir trotz der großen Herausforderung ein attraktives Programm auf die Beine stellen wollen“, hebt Christoph Binot, Projektleiter bei der DFB-Stiftung Egidius Braun, hervor. „Ich denke, dass uns das gelungen ist. Die Fußball-Ferien-Freizeiten haben sich längst zu einer Institution entwickelt. Wir hoffen alle sehr, dass die 29. Auflage im kommenden Jahr wieder unter normalen Voraussetzungen stattfinden kann.“ Dann werden von Juli bis September wiederum 75 ausgewählte Jugendteams mit dabei sein.

Als Partner der DFB-Stiftung Egidius Braun waren in diesem Jahr unter anderem das Münchener StartUp Gamers Academy, die Neue Sporterfahrung der Deutschen Telekom, die SID3000 GmbH, die Sinsheimer Klima Arena sowie vor allem der Web-Dienstleister „innofabrik“ mit dabei. Im „Doppelpass“ wurde das Programm zum Erfolg.